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Der Förderkreis hat sich die Unterstützung weiterer baulicher und gartenpflegerischer Maßnahmen vorgenommen: Zum einen die Restaurierung und Rekonstruktion weiterer beschädigter Baudenkmale und Skulpturen – zum anderen die Mitwirkung an der historischen Rekonstruktion der Gartenanlage, die Belebung der Wasserläufe und Weiher, die Pflanzung verloren gegangener wertvoller Gehölze und die Förderung eines gesunden Tierlebens, z.B. durch die Schaffung von Vogelnistplätzen.
Projekt Wiederherstellung der Laubengrotte:
Nach Beginn der Umformung des Schloßgarten zum Landschaftsgarten, durch Carl-Christian von Nassau-Weilburg (Sohn des Fürsten Carl August von Nassau-Weilburg), führte Dr. Heinrich Brunck (ab 1889) diese weiter. Zusätzlich zu seiner dendrologischen Sammelleidenschaft, erweiterte er auch die "Möblierung".
An dieser Stelle gelang ihm wohl ein "Meisterstück", Natur und Kunst zu vereinen, was bis zum heutigen Tag in spärlichen Resten erkennbar geblieben ist: Die Laubengrotte.

Auf der rechten Seite die Laubengrotte ohne Laub, links die heutigen Überreste an Bäumen und dem Sandsteinsockel des Tisches.

Vollständige Laubengrotte. Aufnahme von 1936.
Position:
gelegen an der Langen Bahn, die geradlinig in west-östlicher Richtung durch den gesamten Schloßgarten verläuft. Von Beginn an blieb sie in allen historischen Gartenplänen als unveränderter Bestandteil erhalten, wohl auch bautechnisch begründet, um das abschüssige Gelände abzufangen.
In der Böschung nach Norden hin bauten die Gartenarchitekten gestalterische Elemente ein, wie aus historischen Unterlagen ersichtlich ist, die für Überraschungen sorgten, und hier fügte 80 Jahre später der damalige "neue" Besitzer, außergewöhnlicher Gehölzliebhaber, Dr. Heinrich Brunck, diese Laubengrotte harmonisch ein.
Kurtenplan von 1810
Gestaltung mit Gehölzen - geschnittene Laube:
Fünf bis sieben Ahornbäume wurden an dem beschriebenen Platz in der Runde gepflanzt. Der Gartenverwalter Reutlinger ließ sie zu einer Laube zusammenwachsen. Regelmäßige kunstvolle Schnitte hielt sie in Form. Mittendrin lud ein Steintisch (auf einem Mittelfuß verankert), rund wie ein Mühlrad, mit Bank dahinter zum Verweilen und Verstecken.
Ein einzelner Ahorn und einige Baumstümpfe sind bis heute erhalten.
Möglicherweise wollte Brunck mit diesem Werk auch ein Experiment starten, einen Ersatz für die einstmals ganz in der Nähe vorhandene Steingrotte (einige Meter weiter in östlicher Richtung). Entsprechend anschauliche Pläne zum Vergleich zeigt das Infozentrum Schloßgarten im Kelterhaus (an der Südmauer des Gartens gelegen).
Auf jeden Fall realisierte Brunck mit seiner Laubengrotte die Idee eines verborgenen, geschützten Plätzchen aus BÄUMEN, nicht aus Steinen, wie in den Generationen zuvor. Eine geniale Idee wurde zum erfolgreichen Möblierungsstücks in seinem Landschaftsgarten! Und das ist es dem Förderkreis Schloßgarten wert, an Hand der erkennbaren Reste die Neugestaltung zu realisieren.
Äußerst wichtig, dass bei der Beschaffung der Gehölze auf beste Qualität zu achten ist, d.h. es wird bei dendrologisch entsprechend anerkannten Pflanzschulen der Einkauf erfolgen.
Erinnerungen / Erzählungen:
Das auch in Erinnerung an den Gründungsvorsitzenden Hans-Heinz Schuster (Enkel des langjährigen, verdienstvollen Brunck´schen Gartenverwalters Heinrich Reutlinger), dem Förderkreis und Stadt außergewöhnlich zahlreiche wertvolle Unterlagen, in Form von Dokumenten, Erinnerungen, Fotosammlungen, schriftlich und mündlich überliefert, verdanken.
Schuster schreibt:
„. . . . westlich stand an der Langen Bahn die große Laube. Ein runder steinerner Tisch, um welchen steinerne Bänke angeordnet waren, befand sich in einem „Raum“, welcher aus einer baumhoch geschnittenen "Hecke" bestand .
Diese Form wurde durch regelmäßigen Zuschnitt erreicht. Nachdem dieser über Jahrzehnte nicht mehr erfolgte, veränderte die Laube durch Wildwuchs ihre Form und war zuletzt nicht mehr zu erkennen. Nachdem auch die Platte des Tisches gestohlen worden war, wurde die Laube schließlich im Jahre 2012 entfernt. Damit verlor der Schloßgarten wieder eine seiner kleinen „Attraktionen“. Es wäre wünschenswert, wenn dieser Schaden durch eine Neuanpflanzung behoben werden könnte.“
Das ist ein erfüllbarer Wunsch, den der Förderkreis aus Eigenmitteln, Spenden, aktivem Einsatz und weiterer Unterstützung realisieren möchte.
Eine bemerkenswerte Zusatzinformation eines lebenden Zeitzeugen, die die Wertigkeit dieses Projektes nochmals erhöht:
Ein Erwachsener, heute mit seiner Familie in Saarbrücken wohnend, bewahrt lebhafte Erinnerungen an seine Kinder- und Jugendzeit in den 1960/70er Jahren:
als Buben spielten sie natürlich im Schloßgarten, teils mit, teils ohne Erlaubnis. In der geschnittenen Laube, die Zweige zu einem dichten Geflecht verwoben, wie er noch weiß, kletterten sie gerne innen bis in die hohen Regionen. Manchmal setzten sich dort unter ihnen ans Tischchen Personen, deren Gesprächen sie aus ihrem Versteck unbemerkt lauschten. Bisweilen fürchteten sie aber auch abzustürzen oder sich auf andere Art zu verraten.
Und so lange derlei Erinnerungen unmittelbar greifbar sind, sollten, ja müssen sie sogar, direkte Anknüpfungspunkte bilden zur historischen Vergangenheit, um in der Zukunft weitergeführt zu werden.
Diese Chance ist zu nutzen, eine äußerst wichtige, dringende Aufgabe.
Unser Ziel:
Mit der Umsetzung des Planes würde ein Originalbestandteil des Brunck´schen Landschaftsgartens nahezu eins zu eins wieder entstehen. Die Laube könnte Bindeglied zwischen Bruncks Landschaftsgarten und der Rekonstruktion des barocken Terrassengartens werden, zugleich würde die Lange Bahn ein Stück ihrer früheren Wertigkeit zurückgewinnen.